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SteuerTipp der Woche - Krudewig Steuermedien

Vorsteuerabzug: Wann es sich lohnt, im EU-Ausland billiger zu tanken

25.06.2015 - Nr. 25/15

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in einigen EU-Ländern, die an Deutschland angrenzen, z. B. in Österreich, liegen die Benzinpreise deutlich niedriger als in Deutschland. Wer in Grenznähe lebt, kann diesen Preisvorteil nutzen. Nachteil ist, dass es den Vorsteuerabzug nur für die inländische Umsatzsteuer gibt. Unter bestimmten Voraussetzungen haben Unternehmer in Deutschland jedoch die Möglichkeit, sich die im Ausland gezahlte ausländische Umsatzsteuer über das Bundeszentralamt für Steuern erstatten zu lassen. Ob der Unternehmer sich die Vorsteuer vergüten lassen kann, hängt von den Regelungen des jeweiligen Landes ab, in dem die Kosten angefallen sind. Wenn Sie in Österreich tanken, sieht die Situation wie folgt aus:

Die österreichische Umsatzsteuer kann in Deutschland nicht als Vorsteuer abgezogen werden. Der fehlende Vorsteuerabzug ist ein erheblicher Nachteil, der in Kauf genommen werden muss. Wenn Sie in Deutschland für einen Liter Benzin 1,40 € zahlen, können Sie daraus ein Vorsteuerabzug von 0,22 € geltend machen. Der Preisvorteil gegenüber Österreich muss somit mehr als 0,22 € betragen. Bei einer geringeren Preisdifferenz lohnt sich das Tanken in Österreich nicht.

Unternehmer, die ihren Sitz in einem EU-Mitgliedsstaat haben, können sich die ausländische Vorsteuer aus einem anderen EU-Land vergüten lassen. Der Antrag auf Vorsteuervergütung kann nur in dem EU-Land gestellt werden, in dem der Unternehmer ansässig ist. Ein Unternehmer mit Sitz in Deutschland, muss seinen Antrag über das elektronische Portal des Bundeszentralamts für Steuern einreichen. Diese Anträge müssen bis spätestens 30.09. des Folgejahres gestellt werden.

Bevor Sie einen Erstattungsantrag stellen, sollte Sie zunächst prüfen, ob eine Vorsteuererstattung überhaupt möglich ist. Das Umsatzsteuerrecht innerhalb der EU ist zwar weitgehend harmonisiert, beim Vorsteuerabzug gibt es jedoch zum Teil abweichende Regelungen. Konsequenz: Sie bekommen nur die Umsatzsteuer erstattet, die in dem entsprechenden Land als Vorsteuer abziehbar wäre.

In Österreich berechtigen die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Anschaffung (Herstellung), Miete oder dem Betrieb von Pkw, Kombinationskraftwagen oder Krafträdern nicht zum Vorsteuerabzug. Das bedeutet, dass ein österreichischer Unternehmer die Vorsteuer aus den Benzinkosten in Österreich nicht als Vorsteuer geltend machen kann. Damit entfällt insoweit auch für den deutschen Unternehmer, der in Österreich tankt, die Möglichkeit, sich die Vorsteuer aus den Benzinkosten erstatten zu lassen. (Ausnahmen: Fahrschulfahrzeuge, Vorführfahrzeuge und Kraftfahrzeuge, die ausschließlich zur gewerblichen Weiterveräußerung bestimmt sind, sowie Fahrzeuge, die zumindest zu 80 % der gewerblichen Personenbeförderung oder der gewerblichen Vermietung dienen. Liegt eine derartige Nutzung vor, kann auch eine Vorsteuervergütung beantragt werden.)

Praxis-Tipp
Sollten Sie den Vorsteuerabzug für Fahrzeuge geltend machen, die zum Vorsteuerabzug berechtigten, ist es im Interesse einer zügigen Verfahrensabwicklung – insbesondere im Vorsteuererstattungsverfahren – sinnvoll, bereits bei der Antragstellung gemeinsam mit den Rechnungen auch die Unterlagen (z. B. Kopie des Kfz-Briefes) einzureichen. Aus der Kopie des Kfz-Briefs muss eindeutig hervorgehen, dass es sich um eines jener Fahrzeuge handelt, für das der Vorsteuerabzug in Österreich nicht ausgeschlossen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Finanzwirt Wilhelm Krudewig, Steuerberater

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