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SteuerTipp der Woche - Krudewig Steuermedien

Reisekosten: Auswärtstätigkeit bei Kettenabordnungen

04.09.2014 - Nr. 36/14

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wird ein Arbeitnehmer an ein (ausländisches) Tochterunternehmen abgeordnet, begründet er dort auch dann keine regelmäßige Arbeitsstätte (erste Tätigkeitsstätte), wenn er seinen Familienwohnsitzes dorthin verlegt und die Abordnung verlängert wird (BFH-Urteil vom 10.4.2014, VI R 11/13; veröffentlicht am 16.7.2014). Das gilt insbesondere für eine Fachkraft, die von einem international tätigen Unternehmen für einen längeren Zeitraum an eine ausländische Zweigstelle oder ein Tochterunternehmen entsandt wird. 

Praxis-Beispiel:
Ein Arbeitnehmer wurde von seinem deutschen Arbeitgeber zu einer ausländischen Tochtergesellschaft nach Übersee entsandt. Mit der Entsendung ins Ausland gründete der Arbeitnehmer zusammen mit seiner Ehefrau und zwei schulpflichtigen Kindern einen Wohnsitz im Ausland. Die Wohnung im Inland behielten die Eheleute bei. Die Kosten des Hin- und Rückumzugs wurden vom deutschen Arbeitgeber getragen. Die Entsendung war zunächst auf drei Jahre befristet. Wegen ungeplanter Verzögerungen wurde die Abordnung dreimal verlängert.

Das Finanzamt betrachtete die ausländische Tochtergesellschaft als regelmäßige Arbeitsstätte und lehnte es ab, die Mietaufwendungen für die ausländische Wohnung als Werbungskostenabzug anzuerkennen und berücksichtigte die Fahrten zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte im Ausland lediglich in Höhe der Entfernungspauschale. Der BFH entschied, dass keine regelmäßige Arbeitsstätte vorlag und eine Abrechnung nach Reisekostengrundsätzen möglich ist.

Im Streitfall war der Arbeitnehmer zunächst für drei Jahre abgeordnet worden. Diese Abordnung wurde dreimal um insgesamt zweieinhalb Jahre verlängert. Wegen der Befristung und des Fortbestehens des inländischen Arbeitsverhältnisses war der Arbeitnehmer nicht dauerhaft, sondern nur vorübergehend im Ausland. Trotz des zusätzlichen Arbeitsvertrags lag im Ausland keine regelmäßige Arbeitsstätte vor. Die Fahrtkosten waren daher mit den tatsächlichen Kosten anzusetzen. Die Übernachtungskosten können allerdings nur insoweit abgezogen werden, als sie beruflich veranlasst sind. Das heißt, die Kosten, die auf die Unterbringung der Familie entfallen, sind nicht beruflich veranlasst und daher nicht abziehbar. Die Übernachtungskosten müssen (notfalls durch Schätzung) in einen beruflichen und einen nicht abziehbaren privaten Anteil aufgeteilt werden.

 

Auswirkung des BFH-Urteils auf die Rechtslage ab 2014:

Seit dem 1.1.2014 wurde anstelle der regelmäßigen Arbeitsstätte der Begriff der ersten Tätigkeitsstätte eingeführt. Seit dem 1.1.2014 kann auch die betriebliche Einrichtung eines verbundenen Unternehmens oder eines Dritten (Kunden des Arbeitgebers) eine erste Tätigkeitsstätte sein. Das ist aber nur dann der Fall, wenn geplant ist, den Arbeitnehmer dort

  • länger als 48 Monate (4 Jahre),
  • für die gesamte Dauer des Dienstverhältnisses oder
  • unbefristet

zu beschäftigen. Es handelt sich um eine Prognose, die zu Beginn eines Beschäftigungsverhältnisses bzw. bei einer Änderung der Tätigkeitsmerkmale getroffen werden muss. 

Wichtig für die Abrechnung als Reisekosten!
Bei der Prognose, ob von einer dauerhaften Zuordnung auszugehen ist, ist auf den Beginn der Tätigkeit abzustellen. Bei einer Verlängerung ist es entscheidend, ob vom Zeitpunkt der Entscheidung über die Verlängerung noch mit einem Einsatz von länger als 48 Monaten gerechnet werden kann. Bei einer Kettenabordnung entscheidet somit die jeweils noch verbleibende Zeit. Die Zeit von der Entscheidung über die Verlängerung der Abordnung bis zu ihrem voraussichtlichen Ende darf nicht mehr als 48 Monate betragen. Die BFH-Entscheidung ist somit auch auf die neue (ab 1.1.2014) geltende Rechtlage anzuwenden. Das ergibt sich auch aus dem BMF-Schreiben vom 30.9.2013 (IV C 5 - S 2353/13/10004, 2013/0862915).

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Mit freundlichen Grüßen

 
Dipl.-Finanzwirt Wilhelm Krudewig, Steuerberater

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