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SteuerTipp der Woche - Krudewig Steuermedien

Leasing: Sind „stille Reserven“ am Ende der Leasingzeit zu versteuern?

04.12.2014 - Nr. 49/14

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wenn Sie einen Firmenwagen leasen, hängt der kalkulierte Restwert am Ende der Leasingzeit davon ab, wie hoch Ihre Leasingraten sind. Je höher die Leasingraten sind, desto geringer ist der Restwert. Während der Leasingzeit ziehen Sie die laufenden Leasingraten als Betriebsausgaben ab. Sie erfassen die Leasingraten als laufende Kfz-Kosten.

Wenn der Restwert am Ende der Leasingzeit niedrig kalkuliert wird, erhält der Leasingnehmer regelmäßig das Recht, das Leasing-Fahrzeug nach Ablauf der Leasinglaufzeit zum niedrig kalkulierten Restwert zu erwerben. Macht der Unternehmer oder sein Ehegatte von der Kaufoption Gebrauch, können sie das Fahrzeug privat erwerben. Die „stillen Reserven“ entstehen dann im Privatvermögen. Bei einer Veräußerung aus dem Privatvermögen fallen keine Steuern an, weil es sich nicht um ein „Spekulationsgeschäft“ handelt. Beim Kauf und Verkauf von Gegenständen des täglichen Gebrauchs ist die steuerliche Erfassung von Gewinnen und Verlusten ausdrücklich ausgeschlossen.

Praxis-Beispiel:

Sie schließen einen betrieblichen Leasingvertrag über einen PKW mit einem Neupreis von 30.000 € ab. Sie vereinbaren

  • relativ hohe monatliche Leasingraten, die aber wirtschaftlich vertretbar sind,
  • eine Grundmietzeit von 42 Monaten und
  • einen Restwert von 20%, zu dem Sie oder eine von Ihnen bestimmte Person den PKW übernehmen können.

Die laufenden Leasingraten ziehen Sie als Betriebsausgaben ab, so dass sich am Ende der Grundmietzeit folgendes Bild ergibt:

Übernahmewert am Ende der Grundmietzeit

6.000 €

tatsächlicher Wert auf dem Gebrauchtwagenmarkt

8.500 €

Vorteil durch die Übernahme

2.500 €

Wenn Ihr Ehegatte (oder ein erwachsenes Kind) den PKW übernimmt, brauchen Sie diesen Vorteil nicht zu versteuern, weil keine Entnahme aus dem Betriebsvermögen vorliegt.

Aber! Das Finanzgericht Münster hat in seinem Urteil vom 15.6.2011 (6 K 5167/06 E,G) entschieden, dass es sich bei der Kaufoption eines Leasingvertrags um eine entnahmefähige Rechtsposition des Leasingnehmers handelt. Konsequenz ist dann, dass die Differenz zwischen kalkuliertem Restwert und Teilwert (= tatsächlichem Wert) als Betriebseinnahme zu versteuern ist.

Praxis-Tipp
Die Auffassung des Finanzgerichts Münster ist umstritten. Aus diesem Grund hat der BFH die Revision zugelassen (Az. beim BFH X R 20/12). In einer vergleichbaren Situation sollten die „stillen Reserven“ nicht als Betriebseinnahmen ausgewiesen werden. Wenn das Finanzamt dennoch Ihre Einnahmen erhöhen sollte, legen Sie dagegen Einspruch ein und beantragen, das Verfahren bis zur Entscheidung durch den BFH auszusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Finanzwirt Wilhelm Krudewig, Steuerberater

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