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SteuerTipp der Woche - Krudewig Steuermedien

BMF: Kürzung der Verpflegungspauschale, wenn der Arbeitnehmer einen Müsli-Riegel erhält

06.11.2014 - Nr. 45/14

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übernehmen Sie als Arbeitgeber für Ihren Arbeitnehmer die Kosten für eine Mahlzeit, ist dafür kein geldwerter Vorteil als Arbeitslohn zu versteuern, wenn der Arbeitnehmer Anspruch auf einen Verpflegungspauschbetrag hat. Allerdings werden die Verpflegungspauschalen gekürzt, wenn der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber (oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten) eine Mahlzeit erhält. Die Kürzung wird von der vollen Verpflegungspauschale berechnet und beträgt bei einer Inlandspauschale

  • 20% für ein Frühstück = 24 € x 20% = 4,80 € und
  • 40% für ein Mittag- oder Abendessen = 24 € x 40% = 9,60 €.

Mir ist allerdings der Appetit vergangen, als ich im BMF-Schreiben vom 24.10.2014 gelesen habe, dass es sich bei einem Snack im Flugzeug (der oft nur aus einem trockenen Sandwich mit einem Getränk besteht) um eine Mahlzeit handeln soll (Az. IV C 5 – S 2353/14/10002, 2014/0849647).

Nach der Auffassung des BMF gehören zu den Mahlzeiten, die Sie als Arbeitgeber Ihrem Arbeitnehmer kostenlos zur Verfügung stellen, auch die Snacks, die unentgeltlich bei einer Beförderung mit dem Flugzeug angeboten werden, also im Flugpreis enthalten sind. Mit wenigen Ausnahmen ist es so, dass der Snack, auch wenn Sie ihn gar nicht haben wollen, im Flugpreis enthalten ist. Sie stellen Ihrem Arbeitnehmer dann immer eine „Mahlzeit“ zur Verfügung, selbst wenn Ihr Arbeitnehmer die Annahme des Sandwichs verweigert.

Laut BMF lassen Sie Ihren Arbeitnehmern bereits dann eine Mahlzeit zukommen, die zur Kürzung der Verpflegungspauschale führt, wenn Sie ihnen während einer auswärtigen Tätigkeit einen Snack oder Imbiss (z. B. belegte Brötchen oder Kuchen oder Obst) zur Verfügung stellen. Bei einem Snack, der zu allen Tageszeiten gleich ist, entscheidet nur der Zeitpunkt, zu dem das Essen verzehrt wird, darüber, ob es sich um ein Frühstück, Mittag- oder Abendessen handelt, das mit 4,80 € oder mit 9,60 € angerechnet wird.

Weil bisher niemand davon ausgegangen ist (offenbar auch nicht die Beamten im BMF), dass ein trockenes Sandwich mit einem Getränk als Mahlzeit betrachtet werden kann, wendet das BMF die neue Betrachtungsweise erst ab dem 1.1.2015 an. Das heißt, dass ab dem 1.1.2015 auch in diesen Fällen die Verpflegungspauschale um 20% oder 40% einer vollen Verpflegungspauschale zu kürzen ist.

Wichtig!
Begibt sich der Unternehmer selbst auf eine Geschäftsreise, dann kann auch er seinen Flug regelmäßig nicht ohne „Snack“ buchen. Bei Online-Buchungen gibt es keine Möglichkeit, den Snack als Einzelleistung abzubestellen. Somit muss auch der Unternehmer, der einen Snack verzehrt, seine Verpflegungspauschale kürzen (beim Verzehr am Vormittag um 4,80 € und in der Mittagszeit/Abendzeit um 9,60 €).

Laut Duden handelt es sich bei einer Mahlzeit um ein „regelmäßig zu bestimmten Zeiten des Tages eingenommenes Essen, das aus verschiedenen kalten oder warmen Speisen zusammengestellt ist“. Das dürfte mehr sein als ein Snack im Flugzeug, der gelegentlich auch nur aus einem Müsli-Riegel besteht. Gemäß R 19.6 Abs. 2 LStR 2015 werden Getränke und Genussmittel als Aufmerksamkeiten und als Arbeitslohn eingestuft, wenn der Arbeitgeber diese seinen Arbeitnehmern zum Verzehr im Betrieb unentgeltlich oder teilentgeltlich überlässt.

Praxis-Tipp
Ist bei einer Beförderung mit dem Flugzeug, Zug oder Schiff ein Snack enthalten, sollten Sie sich gegen eine Kürzung der Verpflegungspauschale wehren. Eine Klärung werden Sie allerdings nur beim Finanzgericht/BFH erreichen können. Wenn Sie diese Mühe nicht auf sich nehmen wollen, bleibt Ihnen zunächst nichts anderes übrig, als den Vorgaben der Finanzverwaltung nachzukommen und die Verpflegungspauschale zu kürzen.

Mit freundlichen Grüßen

 
Dipl.-Finanzwirt Wilhelm Krudewig, Steuerberater

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