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SteuerTipp der Woche - Krudewig Steuermedien

Abgeltungssteuer von 25% auch für Zinsen aus Angehörigen-Darlehen

20.08.2014 - Nr. 34/14

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Darlehen zwischen nahen Angehörigen (Verwandten) können, unabhängig von den steuerlichen Auswirkungen, für beide Seiten wirtschaftlich sinnvoll sein. Der Darlehensgeber erhält in der Regel höhere Zinsen, als ihm die Bank zahlen würde. Auf der anderen Seite zahlt der Darlehensnehmer regelmäßig geringere Zinsen an den privaten Darlehnsgeber, als die Bank an Zinsen verlangen würde. Wird das Darlehen zur Erzielung von Einkünften verwendet, sind die Zinsen als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar. Beträgt z. B. der persönliche Spitzensteuersatz 40%, führen Zinszahlungen zu einer Steuerersparnis von 40%. Kann der besondere Steuersatz gemäß § 32d EStG angewendet werden, werden die Zinsen beim Empfänger nur mit 25% besteuert. Das bedeutet per Saldo eine Ersparnis von 15%.

Der besondere Steuersatz von 25% für Einkünfte aus Kapitalvermögen gilt nicht, wenn Gläubiger und Schuldner einander nahestehende Personen sind (§ 32d Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a EStG). Es kommt also darauf an, was unter dem Begriff der „nahestehenden Person“ zu verstehen ist. Allein vom Begriff her werden alle natürlichen und juristischen Personen erfasst, die zueinander in enger Beziehung stehen. Der BFH wendet diesen weitgehenden Begriff jedoch nicht bei der Beurteilung an, wenn es um den besonderen Steuertarif für Einkünfte aus Kapitalvermögen geht (BFH-Urteil vom 29.4.2014, Az. VIII R 9/13; veröffentlicht am 20.8.20914).

Im Fall, der vom BFH entschieden wurde, hat ein Darlehensgeber seiner Ehefrau und seinen Kindern Darlehen (unter fremdüblichen Bedingungen) zur Finanzierung eines Mietwohngrundstücks gegeben. Nach Auffassung des BFH sind der Kläger als Gläubiger und die Klägerin und Kinder als Schuldner der Kapitalerträge keine einander nahestehende Personen im Sinne dieser Vorschrift. Ein schädliches „Näheverhältnis“ liegt lt. BFH nur dann vor, wenn die beteiligten Personen gegenseitig oder eine dritte Person auf Darlehensgeber und Darlehensnehmer einen beherrschenden Einfluss ausüben können.

Allein aus der Familienangehörigkeit oder Ehe kann kein persönliches Interesse abgeleitet werden. Würde der besondere Steuersatz von 25% generell nur wegen der familienrechtlichen Beziehungen nicht angewendet, läge eine unvereinbare Diskriminierung der Familie vor, die gegen Artikel 6 Abs. 1 GG verstößt. Das "nahe persönliche Verhältnis" führt nicht notwendig oder typischerweise zu einer Wirtschaftsgemeinschaft oder einer wirtschaftlichen Abhängigkeit. Familienangehörige dürfen daher nicht in die Rolle unselbstständiger "Strohmänner" gedrängt werden.

Verfassungsrechtlich ist es zwar nicht zu beanstanden, wenn Verträge zwischen Familienangehörigen (wegen der grundsätzlich gleichgerichteten Interessen) nur dann der Besteuerung zugrunde gelegt werden, wenn zu Beginn der Vertragsbeziehungen – wie unter Fremden – eine bürgerlich-rechtlich wirksame, klare und eindeutige Vereinbarung abgeschlossen wird, die auch tatsächlich so vollzogen wird. Es ist aber verfassungsrechtlich unzulässig, wenn bei Ehegatten und Familienangehörigen immer eine missbräuchliche Ausnutzung des Abgeltungssteuersatzes unterstellt wird.

Die steuerliche Belastung von Kapitalerträgen ist im Vergleich zu anderen Einkünften, die dem progressiven Steuersatz unterliegen, unterschiedlich. Das ist wegen der Besteuerung mit dem Abgeltungssteuersatz von 25% systemimmanent. Somit kann die Gewährung von Darlehen an Familienangehörige nicht generell als Missbrauch eingestuft werden, auch wenn sich dadurch insgesamt eine „systemimmanente“ geringere Steuerbelastung ergibt.

Praxis-Tipp
Gewähren Sie Ihrer Frau und Ihren Kindern Darlehen, um diesen die Erzielung von Mieteinkünften zu ermöglichen, dann sind die gezahlten Schuldzinsen als Werbungskosten abzuziehen. Sie selbst können verlangen, dass bei Ihnen der Abgeltungssteuersatz von 25% angewendet wird.

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Mit freundlichen Grüßen

 
Dipl.-Finanzwirt Wilhelm Krudewig, Steuerberater

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