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SteuerTipp der Woche - Krudewig Steuermedien

Optionsgeschäfte: Kauf- und Verkaufsoptionen

04.03.2016 - Nr. 09/16

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In seinem umfangreichen Schreiben vom 18.1 2016 (IV C 1 – S 2252/08/10004 :017) hat das BMF zum Thema Abgeltungssteuer Stellung genommen, u.a. zur Besteuerung von Optionsrechten. Nach dem BMF-Schreiben wird ein Optionsrecht steuerlich wie ein Wirtschaftsgut behandelt. Anschaffungskosten sind die gezahlten Optionsprämien. Bankspesen, Provisionen und andere Transaktionskosten sind somit Teil der Anschaffungskosten.

Ausübung einer Kaufoption: Übt der Inhaber seine Kaufoption aus und wird der Basiswert geliefert, gehören die Anschaffungs- und Anschaffungsnebenkosten des Optionsrechts zu den Anschaffungskosten des Basiswerts. Erhält der Inhaber anstelle des Basiswerts einen Barausgleich, liegen insoweit Einnahmen aus Kapitalvermögen vor, von denen allerdings die Anschaffungs- und Anschaffungsnebenkosten des Optionsrechts abgezogen werden können.

Veräußerung und Glattstellung einer Kaufoption: Veräußert der Inhaber seine Kaufoption, z. B. einen Call-Optionsschein) erzielt der Kapitaleinkünfte. Das gilt auch bei einer Veräußerung mit closing-Vermerk. Gewinn oder Verlust ist in diesem Fall die Differenz zwischen den Anschaffungs- und Anschaffungsnebenkosten der Kaufoption und der erzielten Optionsprämie aus dem glattstellenden Abschluss des Stillhaltergeschäfts.

Beispiel:
Ein Kunde erwirbt am 1.3. über seine Bank an der EUREX zehn Kaufoptionen über je 100 Aktien einer X-AG zum Basispreis von 320 €, weil er mit einer Kurssteigerung rechnet. Der Kurs der Aktie am 1.3. beträgt 309,20 €. Verfallmonat der Kaufoption ist der Monat Juli.

Der Kunde zahlt eine Optionsprämie von 10 x 100 x 20,40 € = 20.400 € zuzüglich Spesen von 250 €. Am 1.4. ist der Kurs der Aktie auf 350 € gestiegen. Das Recht, die Aktien zu einem Basispreis von 320 € zu verkaufen, ist jetzt 50 € wert (innerer Wert 30 €, angenommener Zeitwert 20 €). 

Der Kunde beschießt daher, seine Position durch ein Gegengeschäft glattzustellen, d.h. er verkauft über seine Bank 10 EUREX-Kaufoptionen über 100 Aktien der X-AG zum Basispreis von 320 €, Verfallmonat Juli (mit closing-Vermerk). Der Kunde erhält dafür am 2.4. eine Optionsprämie von 1.000 x 50 € = 50.000 € abzüglich 500 € Spesen.

Ergebnis: Der Kunde hat einen Veräußerungsgewinn von (50.000 € - 500 € - 20.400 € - 250 € =) 28.850 € erzielt, der bei den Kapitaleinkünften zu erfassen ist. 

Praxis-Tipp:
Der BFH hat in seinen Urteilen vom 12.1.2016 (IX R 48/14, IX R 49/14, IX R 50/14) entschieden, dass der Verlust aus dem Verfall von Optionen steuerlich berücksichtigungsfähig ist. Optionsbedingte Verluste sind danach bei der Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen zu berücksichtigen. Verluste aus dem Verfall von Optionen mindern also die Einkünfte aus Kapitalvermögen. Der BFH widerspricht damit der anders lautenden Auffassung des BMF. Die Urteile des BFH vom 12.1.2016 sind von besonderer Bedeutung, da sie zur heute geltenden Rechtlage nach Einführung der Abgeltungssteuer ergangen sind.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Finanzwirt Wilhelm Krudewig


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