Umsatzsteuer / Vorsteuerabzug

26.01.2012

Pauschalbeträge, die Sie für Ihre Sachentnahmen 2012 ansetzen müssen


In jedem Jahr setzt das BMF für unentgeltliche Wertabgaben (= Sachentnahmen) neue Pauschbeträge fest (Schreiben vom 24.1.2012, IV A 4 - S 1547/0:001, 2012/0059852). Vorteil dieser pauschalen Sätze ist, dass Sie die Höhe der Sachentnahmen nicht selbst mühsam ermitteln müssen. Außerdem ist auch das Finanzamt an diese Werte gebunden. Für 2012 sind folgende Werte anzusetzen:

Jahreswert 2012 für eine Person ohne Umsatzsteuer

zu 7%

zu 19%

insgesamt

Bäckerei

873 €

443 €

1.316 €

Fleischerei

693 €

1.039 €

1.732 €

Gast- und Speisewirtschaften:

a) mit Abgabe von kalten Speisen

b) mit Abgabe von kalten und warmen Speisen

 

831 €

1.149 €

 

1.246 €

2.049 €

 

2.077 €

3.198 €

Getränkeeinzelhandel

0 €

374 €

374 €

Café und Konditorei

886 €

762 €

1.648 €

Milch, Milcherzeugnisse, Fettwaren und Eier (Einzelhandel)

526 €

70 €

596 €

Nahrungs- und Genussmittel (Einzelhandel)

1.205 €

582 €

1.787 €

Obst, Gemüse, Südfrüchte und Kartoffeln (Einzelhandel)

277 €

208 €

485 €

Es handelt sich um Jahreswerte (Nettobeträge ohne Umsatzsteuer). Die Umsatzsteuer rechnen Sie jeweils mit 19% bzw. 7% dazu. Sie buchen die Werte

  • monatlich bzw. vierteljährlich, abhängig davon, ob Sie Ihre Umsatzsteuer-Voranmeldungen monatlich oder vierteljährlich abgeben oder
  • beim Jahresabschluss, wenn Sie keine monatlichen oder vierteljährlichen Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben.

Ohne Einzelaufzeichnungen haben Sie keine Wahl. Sie müssen diese Pauschbeträge ansetzen. Es gibt keine Zu- oder Abschläge wegen individueller Ess- oder Trinkgewohnheiten.

Für Kinder bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres wird kein Verbrauch angesetzt. Vom vollendeten zweiten Lebensjahr bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr setzen Sie die Hälfte des vollen Werts an.

Bei gemischten Betrieben gilt nur der jeweils höhere Pauschbetrag. Wenn Sie z. B. eine Bäckerei und eine Gast- und Speisewirtschaft betreiben, setzen Sie nur die höheren Pauschbeträge für Gast- und Speisewirtschaften an. Überschneidet sich das Warensortiment, buchen Sie ebenfalls nur die jeweils höheren Pauschbeträge.

Praxis-Tipp
Gehören Sie zu einer dieser Branchen, müssen Sie die pauschalen Eigenverbrauchssätze zwingend für alle Familienangehörigen ansetzen (Urteil des Finanzgerichts München vom 28.6.2007, 14 K 2378/05). Dadurch kann sich auch ein zu hoher Wert ergeben. Einen überhöhten Wertansatz können Sie nur vermeiden, indem Sie Ihren Eigenverbrauch (Privatentnahmen) einzeln aufzeichnen. Diese Mühe sollten Sie dann auch auf sich nehmen, es lohnt sich.

Beispiel:
Sie betreiben ein Restaurant in Bonn und wohnen in Köln. Ihr Ehegatte und Ihre beiden Kinder verpflegen sich deswegen nicht in Ihrem Restaurant. Trotzdem müssen Sie die pauschalen Werte auch für Ihren Ehegatten und Ihre beiden Kinder ansetzen. Um die Sachentnahmen mit den überhöhten Pauschalwerten zu vermeiden, zeichnen Sie die privaten Entnahmen einzeln auf. Sie setzen dann keine pauschalen Beträge an.

Wichtig: Die klassische Branchen-Aufteilung hat viele Abwandlungen erfahren. Neben Gast- und Speisewirtschaften gibt es Bistros und andere Erscheinungsformen. Es ist dann der Pauschbetrag für unentgeltliche Wertabgaben anzusetzen, der dem in der Tabelle genannten Wirtschaftszweig am nächsten kommt. So sind z. B. die pauschalen Sätze für Gaststätten auch bei einem Menüdienst, Party- oder Cateringservice anwenden.


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