Umsatzsteuer / Vorsteuerabzug

12.01.2012

Kleinunternehmer: So berechnen Sie die 17.500 Euro-Grenze


Sind Sie Kleinunternehmer? Dann sollten Sie jetzt nach Ablauf des Jahres 2011 prüfen, ob Sie auch noch im Jahr 2012 als Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer zahlen müssen. Sie brauchen 2012 keine Umsatzsteuer zu zahlen, wenn Ihr Umsatz im Vorjahr (also in 2011) den Grenzwert von 17.500 € nicht überschritten hat (und Ihr Umsatz 2012 voraussichtlich 50.000 € nicht überschreiten wird).

Haben Sie die Umsatzgrenze von 17.500 € bewusst oder unbewusst überschritten, müssen Sie ab dem 1.1.2012 Ihre Umsätze der Umsatzsteuer unterwerfen. Sie zahlen die Umsatzsteuer auch dann, wenn Sie in Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen. Sie müssen dann die Umsatzsteuer aus dem Rechnungsbetrag herausrechnen.

Ein oft unbeachtetes Problem stellt in diesem Zusammenhang die private PKW-Nutzung dar. Erhöht das Finanzamt Ihren Umsatz um die Kosten, die auf die private Nutzung entfallen, überschreiten Sie schnell die Umsatzgrenze von 17.500 €. 

Wichtig! Die Kosten, die auf die private Nutzung Ihres Firmenwagens entfallen, erhöhen nicht Ihren Umsatz, wenn Sie zuvor keinen Vorsteuerabzug für das Fahrzeug beanspruchen konnten (BFH-Urteil vom 15.9.2011, V R 12/11, veröffentlicht am 11.1.2012).

Praxis-Beispiel:
Sie sind Kleinunternehmer und Ihr Umsatz hat im Jahr 2011 insgesamt 15.500 € betragen. Der Bruttolistenpreis Ihres Firmen-PKW beträgt 21.000 €. Die Berechnung des Grenzwerts von 17.500 € sieht dann – abhängig davon, ob Sie bei der Anschaffung einen Vorsteuerabzug beanspruchen konnten – wie folgt aus:

mit

Vorsteuerabzug

ohne

Vorsteuerabzug

tatsächliche Umsätze als Kleinunternehmer im Jahr 2011

15.500 €

15.500 €

private Nutzung des PKW

(21.000 € x 1% x 12 =) 

2.520 €

0 €

abzüglich 20% für Beträge ohne Umsatzsteuer

- 504 €

---

Summe

17.516 €

15.500 €

Grenzwert wird überschritten

ja 

nein

Praxis-Tipp
Waren Ihre Umsätze als Kleinunternehmer von Anfang an umsatzsteuerfrei, konnten Sie für Ihren PKW keinen Vorsteuerabzug beanspruchen. Konsequenz ist dann, dass die private PKW-Nutzung nicht einzubeziehen ist. Wehren Sie sich also, wenn das Finanzamt (was leider häufig vorkommt) die PKW-Nutzung trotzdem Ihrem Umsatz hinzurechnet.


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