Umsatzsteuer / Vorsteuerabzug

10.11.2011

Diese Vorsteuer können Sie bei einer Photovoltaikanlage abziehen (BFH)


Eine Photovoltaikanlage dient dazu, die gewonnene Energie in das Stromnetz einzuspeisen und zu verkaufen, sodass eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt. Wie der BFH klarstellt, ist der Betreiber einer Photovoltaikanlage insoweit auch umsatzsteuerlicher Unternehmer. Die Höhe des Vorsteuerabzug hängt davon ab, ob und inwieweit ein Zusammenhang mit den Umsätzen aus den Stromlieferungen besteht (Urteile vom 19.7.2011, XI R 29/09, XI R 21/10, XI R 29/10; veröffentlicht am 9.11.2011).

Es ist und war völlig unstreitig, dass der Betreiber einer Photovoltaikanlage die Vorsteuer aus der Anschaffung der Anlage und auch aus den laufenden Kosten zu 100% geltend machen kann. Um eine Photovoltaikanlage betreiben zu können, werden die Solarzellen bzw. Solarmodule üblicherweise auf Dächern montiert. Somit stellt sich die Frage, inwieweit die Vorsteuer aus diesen Gebäuden und Vorrichtungen beansprucht werden kann. Die Lösung des BFH hierzu sieht wie folgt aus:

  • Der Betreiber einer Photovoltaikanlage, der diese Anlage auf das Dach eines Hauses, eines leerstehenden Schuppens oder eines Carports installieren lässt, kann den Vorsteuerabzug aus den Herstellungskosten nur teilweise beanspruchen. Er darf die Vorsteuer insoweit beanspruchen, als er das Objekt für die Stromlieferungen unternehmerisch nutzt. Dabei muss die unternehmerische Nutzung des Schuppens mindestens 10% der Gesamtnutzung betragen.
  • Wird im Zusammenhang mit der Montage einer Photovoltaikanlage z. B. das Dach neu eingedeckt, kann auch aus dieser Maßnahme der Vorsteuerabzug entsprechend der unternehmerischen Nutzung beansprucht werden. Da es sich hier um Erhaltungsaufwendungen handelt, spielt die 10 %-Grenze keine Rolle.

Praxis-Tipp
Sie müssen den Anteil der unternehmerischen Nutzung am jeweiligen Gebäude durch sachgerechte Schätzung ermitteln. Nach den BFH-Urteilen ist eine Aufteilung nach dem Umsatzschlüssel sachgerecht. Dabei werden die

  • fiktiven Vermietungsumsatz für den nichtunternehmerisch bzw. privat genutzten inneren Teil des Gebäudes dem
  • fiktiven Umsatz für die Vermietung der Dachfläche an einen Dritten zum Betrieb einer PV-Anlage gegenübergestellt.

Sie müssen also wissen, was es kostet, Dachflächen anzumieten. Fragen Sie hierzu Ihren Lieferanten, was in Ihrer Gegend die Vermietung einer Dachfläche üblicherweise kostet. Lieferanten von Solaranlagen müssten Ihnen die erforderlichen Informationen beschaffen können.


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