Haushaltsnahe Dienstleistungen / Kinderbetreuung

24.04.2015 Von: W. Krudewig

Haushaltsnahe Dienstleistungen bei der Betreuung von Haustieren


Wenn Sie haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch nehmen, erhalten Sie gemäß § 35a EStG eine Steuerermäßigung von 20 %, höchstens 4.000 € im Jahr. Sie können die Steuerermäßigung nur in Anspruch nehmen, wenn die Leistungen in Ihrem Haushalt erbracht werden. Es ist allerdings gesetzlich nicht geregelt, welche Dienstleistungen als haushaltsnahe Dienstleistungen einzustufen sind.

Nach der Rechtsprechung des BFH müssen die Leistungen eine hinreichende Nähe zur Haushaltsführung aufweisen bzw. damit im Zusammenhang stehen. Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen gehören somit hauswirtschaftliche Tätigkeiten, die im Normalfall durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt werden und in regelmäßigen Abständen anfallen. Bisher vertritt die Finanzverwaltung die Auffassung, dass Kosten für die Haustierbetreuung nicht als haushaltsnahe Dienstleistung steuerbegünstigt sind.

Praxis-Beispiel:
Eine alleinstehende Person beauftragte mehrmals einen Betreuungsservice, seinen Hund bei ihm zuhause zu betreuen. Für diese Dienstleistung und für die Fahrtkosten stellte ihm der Betreuungsservice 500 € in Rechnung. Das Finanzamt lehnte es ab, diese Aufwendungen als haushaltnahe Dienstleistung anzuerkennen.

Im Gegensatz dazu hat das Finanzgericht Düsseldorf entschieden, dass die Versorgung und Betreuung der im Haushalt lebenden Tiere haushaltsnah sind (Urteil vom 04.02.2015, 15 K 1779/14 E). Die Reinigung, die Versorgung mit Futter und Wasser und andere Beschäftigungen mit dem Haustier fallen regelmäßig an und werden typischerweise durch Familienmitglieder selbst erledigt. Haustiere, die in der Wohnung des Halters leben, sind dem Haushalt des Tierhalters zuzurechnen. Ihre dortige Versorgung weist demgemäß einen engen Bezug zur Hauswirtschaft des Halters auf und ist deshalb als haushaltsnahe Dienstleistung zu berücksichtigen.

Hinweis: Nach einem BFH-Urteil vom 20.03.2014 (VI R 56/12) ist der Begriff des Haushalts funktional auszulegen. Es reicht aus, wenn die Tätigkeit in unmittelbarem räumlichem Zusammenhang zum Haushalt durchgeführt wird und dem Haushalt dient. Da Haustiere als Bestandteil des Haushalts gelten, ist der räumliche Zusammenhang auch dann erfüllt sein, wenn der Hundebetreuer „Gassi“ geht.

Praxis-Tipp:
Machen Sie Ihre Aufwendungen für die Haustierbetreuung als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend. Sollte die Finanzverwaltung die Betreuungskosten für Ihr Haustier nicht anerkennen, sollten Sie unbedingt Einspruch einlegen. Bei der Begründung Ihres Einspruchs nehmen Sie Bezug auf das Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf. Da das Finanzamt Revision eingelegt hat (Az. beim BFH: VI R 13/15), sollten Sie beantragen, das Einspruchsverfahren bis zu Entscheidung durch den BFH ruhen zu lassen.

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