Fahrzeuge / PKW

13.08.2015 Von: W. Krudewig

Firmenwagen: Wann ein Unfall steuerlich absetzbar ist


Bei einem Verkehrsunfall teilen die Unfallkosten das Schicksal der Fahrtkosten. War die Fahrt privat veranlasst, dann sind auch die Kosten privat veranlasst. Vorsicht: Eine betriebliche Fahrt wird ausnahmsweise zu einer privaten Fahrt, wenn der Unternehmer z. B. an einem Wettrennen im öffentlichen Straßenverkehr teilnimmt oder alkoholbedingt fahruntüchtig ist.

Um die Kosten eines Verkehrsunfalls zutreffend erfassen zu können, ist es erforderlich, die Fahrt bzw. einzelne Teile einer Fahrt richtig zuordnen zu können. Folgende Punkte sollten dabei beachtet werden:

  • Private Abstecher, Umwege und Unterbrechungen bei einer beruflichen Fahrt, sind nicht beruflich veranlasst.
  • Der Weg von der Wohnung zur ersten Tätigkeits- bzw. Betriebsstätte und zurück ist beruflich bedingt.
  • Umwege, um auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte die verkehrsgünstigere Strecke zu nutzen, sind beruflich veranlasst.
  • Eine Inspektionsfahrt vor Antritt einer Fahrt, ist nicht beruflich veranlasst.
  • Ein Umweg zur Unterbringung eines Kindes in einem Kindergarten oder einer Schule ist privat veranlasst, auch wenn die Berufstätigkeit der Eltern nur durch die Betreuung des Kindes möglich ist.
  • Die Rückfahrt vom Urlaubsort, um eine berufliche Tätigkeit fortzusetzen, ist privat veranlasst.
  • Wird eine berufliche Fahrt unterbrochen und dann fortgesetzt, ist die Fahrt (abgesehen von der Unterbrechung) beruflich veranlasst.
  • Ein Abstecher zur Tankstelle während oder vor einer beruflichen Fahrt ist betrieblich veranlasst.
  • Das Aufsuchen eines Arztes wegen eines Berufsunfalls oder einer Berufskrankheit ist betrieblich bedingt.
  • Der Umweg, um aus Gefälligkeit einen Kollegen abzuholen, ist privat veranlasst.
  • Bei einer Geschäftsreise ist die Fahrt zur Einnahme einer Mahlzeit beruflich veranlasst.

Praxis-Tipp
Eine private Mit-Nutzung des Firmenwagens ist unschädlich, wenn sie von untergeordneter Bedeutung ist. Das ist z. B. der Fall, wenn Sie auf einer beruflich veranlassten Fahrt einen Bekannten aus privaten Gründen mitnehmen. Weil es sich um eine untergeordnete private Mitveranlassung handelt, sind alle Kosten als Betriebsausgaben abziehbar. Entstehen jedoch erhebliche Kosten, z. B. weil Sie aufgrund eines Unfalls Ihrem privaten Mitfahrer Schadensersatz leisten müssen, können Sie diese Kosten nicht als Betriebsausgaben abziehen.

 

 


Bewertungen zu krudewig-steuermedien.de

Folgen Sie uns!