Fahrzeuge / PKW

07.10.2016 Von: W. Krudewig

Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, Privatnutzung im betrieblichen Bereich


Schaffen Sie sich als Unternehmer oder Freiberufler ein Elektrofahrzeug oder ein extern aufladbares Hybridelektrofahrzeug als Firmenwagen an, zahlen Sie einen deutlich höheren Preis als bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Die tatsächlichen Anschaffungskosten schreiben Sie in der Regel über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 6 Jahren ab. 

Für die Ermittlung der Kosten, die auf die private Nutzung, auf die Fahrten zur ersten Betriebsstätte und auf Familienheimfahrten entfallen, wurde eine Sonderregelung für Elektrofahrzeuge und extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge geschaffen. In diesen Fällen werden nicht die tatsächlichen Anschaffungskosten bzw. nicht der tatsächliche Bruttolistenpreis angesetzt. 

§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG sieht hier einen Ausgleich vor, der pauschal zu ermitteln ist. Das heißt, der Bruttolistenpreis, der bei der 1%-Methode zugrunde gelegt wird, ist pauschal um die Kosten für das Batteriesystem zu mindern. Dabei wird der Bruttolistenpreis für Elektro- oder Hybridelektrofahrzeuge, die bis zum 31.12.2013 angeschafft wurden, in Höhe von 500 € pro kWh Speicherkapazität der Batterie gemindert. Die Minderung pro Kraftfahrzeug darf allerdings 10.000 € nicht übersteigen (Höchstbetrag).

Bei Anschaffungen in den Jahren danach mindert sich der Wert jeweils um 50 € (bei Anschaffungen in 2016 beträgt die Minderung somit 500 € - 150 € = 350 € pro kWh Speicherkapazität. Außerdem mindert sich der Höchstbetrag von 10.000 € für Kraftfahrzeuge, die in den Folgejahren angeschafft werden, um jährlich 500 € (für Anschaffungen in 2016 beträgt der Höchstbetrag somit 10.000 € - 1.500 € = 8.500 €. Bei der 1%-Regelung ist der Bruttolistenpreis auf volle Hundert Euro abzurunden. Diese Abrundung ist bei Elektrofahrzeugen und extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen erst nach Abzug des Abschlags vorzunehmen. 

Praxis-Beispiel:
Ein Unternehmer erwirbt in 2016 ein Elektrofahrzeug mit einer Batteriekapazität von 16 kWh. Der Bruttolistenpreis beträgt 45.290 €. Die betriebliche Nutzung beträgt 60%. Der private Nutzungsanteil nach der 1%-Regelung ist wie folgt zu ermitteln: 
Der Bruttolistenpreis ist um (16 kWh x 350 0€ =) 5.600 € zu mindern. Der für die Ermittlung des Entnahmewerts geminderte Bruttolistenpreis beträgt (45.290 € - 5.600 € = 39.690 € abgerundet auf volle Hundert Euro =) 39.600 €. Die Nutzungsentnahme nach der 1%-Regelung beträgt somit 396 € pro Monat. 


Hinweis:
Reine Elektrofahrzeuge (einschließlich Brennstoffzellenfahrzeuge) waren für insgesamt 5 Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Diese Steuerfreiheit ist jetzt auf einen Zeitraum von 10 Jahren ausgedehnt worden und gilt rückwirkend für alle Elektrofahrzeuge, die ab dem 1.1.2016 angeschafft worden sind bzw. angeschafft werden.


EMPFEHLUNG

Reise- und Bewirtungskosten 2017

Reisekosten 2017

 

 

 

 




Erstellen Sie Ihre komplette Reisekostenabrechnung schnell und fehlerfrei!
Unser Bestseller "Reise- und Bewirtungskosten" bereits in der 6. Auflage:
Opens internal link in current windowJetzt bestellen!

Jetzt eintragen und gratis Steuertipps sichern!

Bewertungen zu krudewig-steuermedien.de

Folgen Sie uns!