Ausbildung / Fortbildung

03.05.2013 Von: W. Krudewig

Kindergeld: Wegfall der Einkommensgrenze


Bis zum 31.12.2011 erhalten Sie für Ihr volljähriges Kind nur dann Kindergeld, wenn die eigenen Einkünfte und Bezüge des Kindes unterhalb der schädlichen Einkommensgrenze liegen. Bezieht das Kind Arbeitslohn im Rahmen eines Praktikums, kommt es darauf an, ob die Fahrten zum Betrieb nur in Höhe der Entfernungspauschale oder voll abziehbar sind.

Nach dem BFH-Urteil vom 16.1.2013 (VI R 14/12) handelt es sich nicht um Fahrten zu einer regelmäßigen Arbeitsstätte, wenn ein Student im Rahmen seines Studiums ein Praktikum absolviert und dafür einen Betrieb aufsucht. Die Fahrten zum Betrieb außerhalb der Hochschule sind daher in vollem Umfang als Werbungskosten abziehbar (BFH-Urteil vom 16.1.2013, VI R 14/12). Das Kindergeld ist somit zu gewähren, weil durch den vollen Werbungskostenabzug die Einkommensgrenze für volljährige Kinder unterschritten wird.

Ab dem 1.1.2012 ist allerdings eine Überprüfung der Einkommensgrenze nicht mehr erforderlich. Vorsicht ist allerdings erforderlich, wenn das volljährige Kind mehr als eine Berufsausbildung absolviert. 

  • Während der ersten Berufsausbildung eines Kindes bzw. während des Erststudiums erhalten die Eltern Kindergeld bzw. Kinderfreibeträge, ohne dass es darauf ankommt, wie hoch die Einkünfte und Bezüge des Kindes sind.
  • Nach Abschluss der ersten Berufsausbildung bzw. des Erststudiums wird kein Kindergeld mehr gezahlt, weil unterstellt wird, dass das Kind in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten. Diese Vermutung kann widerlegt werden.
  • Die Vermutung ist widerlegt, wenn Ihr Kind einer Erwerbstätigkeit nachgeht, die als unschädlich einzustufen ist. Eine Erwerbstätigkeit ist unschädlich, wenn die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden beträgt. Unschädlich ist auch ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein Mini-Job.

Praxis-Tipp
Befindet sich Ihr Kind bis zum 25. Lebensjahr in einer Zweitausbildung, können Erwerbseinkünfte problematisch sein. Kapitaleinkünfte und Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sind keine Erwerbseinkünfte und deshalb immer unproblematisch, weil Sie dadurch Ihren Anspruch auf Kindergeld nicht verlieren. Es kann also durchaus sinnvoll sein, Einkünfte, die keine Erwerbseinkünfte sind, auf das Kind zu übertragen, z. B. im Rahmen eines Nießbrauchs.

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