Arbeitszimmer

07.08.2014 Von: W. Krudewig

Arbeitszimmer: Sind Kosten für eine Arbeitsecke in einem 1-Zimmer-Apartment als Betriebsausgaben abziehbar?


Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat entschieden, dass Aufwendungen für eine nicht abgeschlossene Arbeitsecke in einem Ein-Zimmer-Apartment nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden dürfen (Urteil vom 10.6.2013, Az. 2 K 2225/11). Das gilt – so das Finanzgericht – selbst dann, wenn das Apartment aus beruflichen Gründen angemietet wurde. Entscheidend ist nach den Ausführungen des Finanzgerichts, dass der Raum auch zum Wohnen dient.

Das Finanzgericht folgt der bisherigen (alten) BFH-Rechtsprechung, wonach Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nur dann als Betriebsausgaben abgezogen werden dürfen, wenn der Raum ausschließlich oder fast ausschließlich betrieblich genutzt wird. Entscheidend war bisher, ob das häusliche Arbeitszimmer zum privaten Bereich hin abgeschlossen war.

Aber! Der BFH hat zwischenzeitlich das strenge Aufteilungs- und Abzugsverbot aufgegeben (Urteil vom 21.9.2009, Az. GrS 1/06). Somit entfällt auch die Rechtfertigung, die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer nur dann als Betriebsausgaben anzuerkennen, wenn dieses Zimmer nahezu ausschließlich betrieblich genutzt wird. Nach den Grundsätzen dieser BFH-Entscheidung müssten bei einer privaten und beruflichen Nutzung die Aufwendungen aufgeteilt werden können.

Konsequenz: Das Finanzgericht hatte zunächst die Revision nicht zugelassen. Die Klägerin hatte dagegen Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt. Die Klägerin war damit erfolgreich, sodass ihr Fall nunmehr als Revisionsverfahren beim BFH anhängig ist (Az. beim BFH: VIII R 22/14). Dieselbe Frage ist allerdings bereits dem großen Senat (GrS) des BFH zur Entscheidung vorgelegt worden. Die Wahrscheinlichkeit, dass der BFH eine Aufteilung der Kosten zulassen wird, ist verhältnismäßig groß.

Praxis-Tipp
Sollte das Finanzamt die Aufwendungen für Ihr Arbeitszimmer bzw. für Ihre Arbeitsecke nicht anerkennen, legen Sie gegen Ihren Steuerbescheid Einspruch ein. Gleichzeitig beantragen Sie, das Verfahren bis zur Entscheidung durch den BFH ruhen zu lassen.


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