Arbeitnehmer / Teilzeitkräfte / Mini-Jobs

05.04.2019 Von: W. Krudewig

Seminar zur Vermittlung eines gesunden Lebensstils als Arbeitslohn


Übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für ein einwöchiges Seminar zur Vermittlung grundlegender Erkenntnisse über einen gesunden Lebensstil (= Sensibilisierungswoche), dann liegt dies laut BFH nicht im eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber damit seinen Arbeitnehmern steuerbaren Arbeitslohn zuwendet (BFH-Urteil vom 21.11.2018, VI R 10/17).

Praxis-Beispiel:
Ein Arbeitgeber hat seinen Arbeitnehmern eine Sensibilisierungswoche angeboten, die u.a. Kurse zu gesunder Ernährung und Bewegung, Körperwahrnehmung, Stressbewältigung, Herz-Kreislauf-Training, Achtsamkeit, Eigenverantwortung und Nachhaltigkeit umfasste. Finanzamt und Finanzgericht behandelten die Aufwendungen des Arbeitgebers für die Sensibilisierungswoche als Arbeitslohn.

Der BFH bestätigte die Entscheidung des Finanzgerichts. Maßnahmen des Arbeitgebers für die Gesundheitsvorsorge der Belegschaft, die keinen Bezug zu berufsspezifischen Gesundheitsbeeinträchtigungen aufweisen, führen zu Arbeitslohn, wenn sie sich bei objektiver Würdigung aller Umstände eine Entlohnung darstellen. Dies hat der BFH für die Sensibilisierungswoche bejaht, da es sich um eine allgemein gesundheitspräventive Maßnahme auf freiwilliger Basis handelte.

Praxis-Tipp
Im Gegensatz zu einer Sensibilisierungswoche können Maßnahmen zur Vermeidung berufsspezifischer Erkrankungen im ganz überwiegenden eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers liegen. In diesem Fall ist die Kostenübernahme nicht als Arbeitslohn einzustufen. Zudem kommt für Leistungen des Arbeitgebers zur betrieblichen Gesundheitsförderung eine Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 34 EStG in Betracht.


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