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Abschreibung / Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)

21.07.2016 Von: W. Krudewig

Keine Sonderabschreibung zur Förderung des Mietwohnungsbaus?


Wegen der angespannten Lage am Wohnungsmarkt wollte die Bunderegierung den Mietwohnungsbau in angespannten Regionen mit einer Sonderabschreibung über einen Zeitraum von 3 Jahren fördern (§ 7b EStG-Entwurf).
 
Um die Förderung des Mietwohnungsbaus auf das untere und mittlere Preissegment zu begrenzen, sollten Objekte nur dann gefördert werden, wenn die Baukosten 3.000 € je Quadratmeter nicht übersteigen. Bei Baukosten von nicht mehr als 3.000 € sollte die Förderung (Sonderabschreibung) auf Baukosten von 2.000 € je Quadratmeter begrenzt werden. Davon abweichend hat der Bundesrat eine Kappungsgrenze von 2.600 € und eine förderfähige Bemessungsgrundlage von 1.800 € je Quadratmeter vorgeschlagen.
 
Des Weiteren will die SPD die steuerliche Förderung auf den Bereich des sozialen Wohnungsbaus begrenzen, während die CDU der Auffassung ist, dass dieser Bereich bereites in einem ausreichenden Maß gefördert wird. Zwischen den Koalitionsparteien konnte bisher keine Einigung erzielt werden. Angesichts der "vielen Sonderwünsche" der SPD ist nach Auffassung der CDU eine "Denkpause" notwendig. Nach der Sommerpause soll dann nach Lösungen gesucht werden. Konsequenz ist, dass damit die Steueranreize zur Ankurbelung des Mietwohnungsbaus vorerst gescheitert sind.
 
Fazit: Solange die Sonderabschreibung ohne Mitpreisobergrenze für den Wohnungsbau nur als ein „Steuergeschenk für die Immobilienwirtschaft" betrachtet wird, dürfte es die Sonderabschreibung nicht geben. Wer derzeit den Bau von Mietwohnungen plant, kann die Sonderabschreibung nicht in seine Kalkulation einbeziehen.