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Neue Reisekostenpauschalen für Auslandsreisen ab dem 1.1.2018

Die ab 2018 geltenden Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten für Auslandsreisen sind kostenlos als Download auf unserer Website zu finden Opens internal link in current windowKlicken Sie hier um das PDF Reisekostenpauschalen 2018 herunter zu laden.

Die Pauschbeträge, die sich gegenüber dem Vorjahr ändern sind in dieser Zusammenstellung fett gedruckt, sodass auf Anhieb festzustellen ist, wo Änderungen eingetreten sind.


Neuigkeiten und Praxis-Tipps:

Doppelte Haushaltsführung: Wie weit darf die Zweitwohnung vom Beschäftigungsort entfernt sein?

Das BMF verlangt, dass die Entfernung „der Zweitwohnung zur ersten Tätigkeitsstätte“ weniger als die Hälfte der Strecke „zwischen erster Tätigkeitsstätte und Hauptwohnung“ beträgt. Entscheidend bei der Doppelten Haushaltsführung ist also die jeweilige Entfernung. Solange die Zweitwohnung näher an der Tätigkeitsstätte als am Familienwohnsitz liegt, wird das Finanzamt Ihre doppelte Haushaltsführung anerkennen.
Aber! Auch wenn die Zweitwohnung näher am Familienwohnsitz liegt als an der Tätigkeitsstätte, kann es sich um eine Zweitwohnung am Tätigkeitsort handeln. Opens internal link in current windowWeitere Informationen lesen Sie hier


Leasing: Sind „stille Reserven“ am Ende der Leasingzeit zu versteuern?

Der kalkulierte Restwert am Ende der Leasingzeit Ihres Firmenwagens hängt davon ab, wie hoch Ihre Leasingraten sind. Je höher die Leasingraten sind, desto geringer ist der Restwert. Laufende Leasingraten werden während der Leasingzeit als Betriebsausgaben abgezogen.

Am Ende der Leasingzeit erhält der Leasingnehmer das Recht, das Leasing-Fahrzeug zum niedrig kalkulierten Restwert zu erwerben. So können Sie das Fahrzeug privat erwerben - die „stillen Reserven“ entstehen dann im Privatvermögen. Bei einer Veräußerung aus dem Privatvermögen fallen keine Steuern an, weil es sich nicht um ein „Spekulationsgeschäft“ handelt. Opens internal link in current windowLesen Sie hier den gesamten Tipp


Arbeitszimmer: Sind Kosten für eine Arbeitsecke in einem 1-Zimmer-Apartment als Betriebsausgaben abziehbar?

Der BFH hat zwischenzeitlich das strenge Aufteilungs- und Abzugsverbot aufgegeben (Urteil vom 21.9.2009, Az. GrS 1/06). Somit entfällt auch die Rechtfertigung, die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer nur dann als Betriebsausgaben anzuerkennen, wenn dieses Zimmer nahezu ausschließlich betrieblich genutzt wird. Nach den Grundsätzen dieser BFH-Entscheidung müssten bei einer privaten und beruflichen Nutzung die Aufwendungen aufgeteilt werden können. Opens internal link in current windowWeiter zu meinem Tipp

Weitere interessante Steuertipps erhalten Sie hier: Opens internal link in current windowNeuigkeiten und Tipps lesen!


Geringwertige Wirtschaftsgüter: Neuer Grenzwert von 800 € für Anschaffungen ab dem 1.1.2018

Im „Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen“ ist der Grenzwerte für geringwertige Wirtschaftsgüter, die nach dem 31.12.2017 angeschafft oder hergestellt werden, auf 800 € erhöht worden. Somit können selbstständig nutzbare materielle Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens im Jahr der Anschaffung sofort zu 100% abgeschrieben werden, wenn die Nettoanschaffungskosten den Grenzwert von 800 € nicht überschreiten (vor 2018: 410 €).
 
Bei der Anschaffung von geringwertigen Wirtschaftsgütern besteht ein Wahlrecht, wonach der Unternehmer zwischen drei Varianten wählen kann. Welche dieser Varianten angewendet wird, entscheidet der Unternehmer erst beim Jahresabschluss.

Er kann zwischen den folgenden drei Varianten wählen:

1. Variante: Der Freiberufler/Unternehmer kann selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten

  • nicht mehr als 250 € betragen, sofort im Jahr der Anschaffung oder Herstellung zu 100% abschreiben,
  • mehr als 250 € und nicht mehr als 1.000 € betragen, in einen Sammelposten einstellen, der gleichmäßig auf 5 Jahre verteilt werden muss (Poolabschreibung).

2. Variante: Der Unternehmer kann anstelle der ersten Variante selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens sofort im Jahr der Anschaffung oder Herstellung zu 100% abschreiben,

  • wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das einzelne Wirtschaftsgut nicht mehr als 800 € netto ohne Umsatzsteuer betragen.
  • Bei dieser Variante entfällt die Möglichkeit, Wirtschaftsgüter bis 1.000 € in einen Sammelposten einzustellen.

3. Variante: Wählt der Unternehmer die 2. Variante, hat er die Möglichkeit, geringwertige Wirtschaftsgüter über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzuschreiben. Dieses Wahlrecht kann er für jedes einzelne Wirtschaftsgut individuell in Anspruch nehmen. Diese Möglichkeit besteht nicht bei der 1. Variante, wenn es sich um Wirtschaftsgüter handelt, die ansonsten in den Sammelposten eingestellt werden müssten.
 
Die Varianten 1 und 2 schließen sich gegenseitig aus. Wählt der Unternehmer die 2. Variante, kann er für jedes Wirtschaftsgut entscheiden, ob er es über die individuelle Nutzungsdauer abschreibt (wirtschaftsgutbezogenes Wahlrecht). Die Wahl zwischen der Variante 1 und 2 gilt jeweils für ein Wirtschaftsjahr, d. h., über Anschaffungen im nächsten Jahr entscheidet der Unternehmer wieder neu.
 
Aufzeichnungspflicht: Liegen die Anschaffungskosten über 250 €, müssen die Wirtschaftsgüter in der Buchführung einzeln aufgezeichnet und der Tag der Anschaffung, Herstellung oder Einlage angegeben werden. Bei Beträgen bis 250 € können die Anschaffungskosten unmittelbar über das Aufwandskonto gebucht werden.

Geringwertige WirtschaftsgüterPraxis-Tipp:

Die Anhebung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter gilt für Anschaffungen ab dem 1.1.2018. Es kann daher aus steuerlichen Gründen sinnvoll sein, die Anschaffung in das Jahr 2018 zu verschieben, wenn der Kaufpreis für das Arbeitsmittel (z. B. für ein Notebook) mehr als 487,90 € brutto und nicht mehr als 952 € brutto beträgt. Dann kann der gesamte Betrag sofort als Betriebsausgabe geltend gemacht werden.


BFH: die Entfernungspauschale ist verfassungsgemäß

Nutzt ein Arbeitnehmer für seine Fahrten von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte öffentliche Verkehrsmittel, bestehen zwei Möglichkeiten. Er kann für jeden Entfernungskilometer eine Pauschale von 0,30 € beanspruchen oder die höheren tatsächlichen Kosten für öffentliche Verkehrsmittel. Das bedeutet, dass der höhere Betrag für öffentliche Verkehrsmittel über die Entfernungspauschale hinaus abziehbar ist, wenn er über die Entfernungspauschale für das gesamte Jahr hinausgeht.
Aber! Wird für die Fahrten von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte ein PKW benutzt, kann der Arbeitnehmer ausschließlich die Entfernungspauschale von 0,30 € beanspruchen.
 
Praxis-Beispiel:
Der Kläger machte in seiner Einkommensteuererklärung für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (Entfernung 43 km) die tatsächlichen Kosten von 0,44 € pro km geltend. Das Finanzamt berücksichtigte lediglich die Entfernungspauschale in Höhe von 0,30 € je Entfernungskilometer. Klage und Revision wurden als unbegründet zurückzuweisen. Der BFH hat die Aufwendungen des Klägers für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte zu Recht nur mit der Entfernungspauschale zum Werbungskostenabzug zugelassen.

 
Der BFH hat entschieden, dass keine verfassungsrechtlichen Bedenken bestehen, wenn durch die Entfernungspauschale sämtliche gewöhnlichen wie außergewöhnlichen Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte abgegolten werden (BFH-Beschluss vom 15.11.2016, VI R 4/15). Es liegt kein Verstoß gegen den allgemeinen Gleichheitssatz des Grundgesetzes vor, wenn der Gesetzgeber die Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel von der abzugsbeschränkenden Wirkung der Entfernungspauschale ausgenommen hat.
 
Durch die Entfernungspauschale sind "sämtliche Aufwendungen" abgegolten, die durch die Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte veranlasst sind, es sei denn, es handelt sich um Aufwendungen für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Die Privilegierung von öffentlichen Verkehrsmitteln ist verfassungsrechtlich unbedenklich, weil damit erkennbar umwelt- und verkehrspolitische Ziele verfolgt werden. Es ist deshalb gleichheitsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn der Gesetzgeber Aufwendungen für öffentliche Verkehrsmittel von der abzugsbegrenzenden Wirkung der Entfernungspauschale ausnimmt. Der Umstand, dass diese Verkehrsmittel insbesondere gegenüber dem motorisierten privaten Individualverkehr in Bezug auf den Primärenergieverbrauch und den Ausstoß von Treibhausgasen umweltfreundlicher sind, rechtfertigt deren Privilegierung.
 
Praxis-Tipp
Bei guten Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann es sinnvoll sein, diese anstelle eines PKW zu nutzen. Liegen die Bahnkosten über dem Betrag der Entfernungspauschale, sollten die tatsächlichen Kosten für die Bahntickets geltend gemacht werden. Liegen die Bahnkosten unter dem Betrag der Entfernungspauschale, sollte die Entfernungspauschale geltend machen. Es besteht also ein Wahlrecht.


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